Archiv der Kategorie: Reise

Eine kleine Sammlung von einigen kleineren mehrtägigen Motorradreisen.

Dolomiten 2015

Das Vorhaben umfasste eine Woche Motorradfahren in den Dolomiten. Dazu sind Axel und ich am Samstag schon um 2:00 aus Oberhausen losgefahren. Es ging die A3 hinunter, bei Insbruck dann über den Fernpass zur Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Bozen Nord. Von da waren es lediglich einige Kilometer bis nach Steinegg. Mit erschrecken haben wir festgestellt, dass die Straße hinauf nach Steinegg aufgefrässt war und erneuert wurde. Für die Motorräder war das aber kein Problem, wie sich später herausstellen sollte. Dolomiten 2015 weiterlesen

Eifel 2012

Auf ein Neues … auch 2012 musste ich wieder in die Eifel fahren. Im Spätsommer rechnet man eigentlich mit lauen und milden Tagen. Leider hat mir die Eifel mal wieder ihre regnerische Seite gezeigt.

Als Anlass wurde ein Besuch von Jan in Koblenz genommen. Also Sozia bot sich Jenny an, sodass wir 3 Tage unterwegs waren. Der Plan sah vor, dass wir einen Tag bis in die Vulkaneifel fahren, einen Tag von dort aus nach Koblenz rüberfahren und den Tag mit Jan verbringen und den nächsten Tag wieder entspannt von Koblenz aus zurück Richtung Dortmund fahren.

Tag 1

Es ging recht früh los. Es war ein bedeckter Freitag Morgen. Die geplante Route ging über die 236 Richtung Süden. Diese Strecke ist am Wochenende und nach Feierabend für Motorradfahrer gesperrt – leider. Die Kurven sind nämlich sehr schön und ausgiebig zu fahren, wären da nicht die Dellen an den Kurveneingängen – viel schlimmer kann man eine Straße nicht verunstalten.

 

Der erste Halt war an der Versetalsperre. Hier gab es ein kurzes Frühstück und das Wetter wurde nieselig. Kein gutes Zeichen. Aber es blieb die Hoffnung, dass es linksrheinisch besser wird. Wir haben schnell einige Fotos gemacht, mit einigen Touristen gequatscht und sind dann weiter.

Der nächste Halt war in Waldbröl. An der Shelltankstelle wurde Rast gemacht und aufgetankt. Bis zum Rhein war es noch ein Stück und nach einer kurzen Pause ging es weiter über die B256 Richtung Süden. Leider ist diese wunderbare Strecke am Wochenende für Motorradfahrer gesperrt. Allerdings nicht an einem Freitag Vormittag. Die Straße ist ein Traum, es geht links, rechts, auf und ab. Einfach super. Es war auch nicht viel los, sodass man problemlos fahren konnte. Leider war das Wetter nicht so besonders. Inzwischen ist der Niesel einem leichten Regen gewichen.

Der nächste Halt war kurz vorm Rhein in einem kleinen Ort Wolfenacker. Von hier waren es nur noch ein paar Minuten bis zur Rheinfähre. Leider regnete es nun richtig. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Leider ging es dann aber auch auf der Rheinfähre so weiter. Super war einzig der Preis für die Überfahrt: 2,50€ für 2 Personen + Motorrad.

Weiter ging die Tour Richtung Nürburg. Leider setzte nun Starkregen ein. Wir waren komplett nass und es war auch keine Besserung in Sicht. Als langsam reißende Bäche über die Straßen zogen und Schlamm und Steine mit auf die Straße trugen, wurde es Zeit eine kleine Pause zu machen. An einer Bushaltestelle, weil weit und breit nichts anderes zu finden war. Nach 30min und keiner Besserung wurde uns klar, dass es nichts bringt, weiter zu warten. Da müssen wir jetzt durch. Also wieder aufs Motorrad und Richtung Nürburg. Eigentlich wollten wir vorher noch einen Aussichtspunkt aus der Motorradkarte mitnehmen. Das ist leider wegen des schlechten Wetters ausgefallen.

Kurz vor der Nürbug traf man endlich auch mal auf andere Motorradfahrer und Leidensgenossen. Teilweise standen diese auch am Straßenrand. Die XT fährt sich scheinbar einiges besser als eine Harley. Ein großer Dank gilt auch den Konstrukteuren von Metzeler! Ich hatte vor der Tour den Tourance Exp  aufziehen lassen. Im Vergleich zum alten Enduro 4 eine Welt. Es war Motorradfahren auf einem neuen Bike. Der Reifen gibt super Feedback und vermittelt auch auf sehr nasser Straße in Kurven ein gutes Gefühl der Straße.

An der Nürburg angekommen haben wir erst einmal die klitsch nassen Handschuhe ausgezogen. Dann haben wir uns die Burg angeschaut. Leider war diese schon geschlossen und wir konnten uns nur draußen etwas umschauen und Fotos machen. Im Anschluss ging es in das Lokal und wir haben etwas gegessen, da es schon recht spät war.

Jetzt ging es direkt in die Pension. Ich hatte die gleiche Pension wie im Vorjahr klar gemacht. Es ging wieder nach Köttelbach zu Frau Theisen . Es ist nicht weit vom Ring und es gibt eine Tankstelle um die Ecke. Schnell dort hin und die Sachen ausziehen, aufhängen und erst einmal warm duschen, um wieder warm zu werden. Dann früh ins Bett.

Tag 2

Es ging zu einer humanen Zeit aus den Betten. Wir haben um 9 gefrühstückt und im Anschluss unsere Sachen zusammengepackt. Leider hat auch die Heizung und das Aufbügeln der Anziehsachen nicht sonderlich viel gebracht, sodass wir leider wieder in die nassen Klamotten mussten. Aber das Wetter war deutlich besser als am Vortag. Es war anfangs bedeckt, wurde dann aber schnell besser.

Das erste Ziel war nur wenige KM entfernt. Es war das Dauner Maar. Maare sind kleine Seen, die durch Vulkanismus entstehen. Dort haben wir uns etwas umgeschaut und dann einige Fotos gemacht. Allerdings haben uns die immer noch nassen Klamotten von größeren Wanderungen abgehalten. Die Landschaft war aber schön und man konnte die Aussicht genießen.

Langsam wurde das Wetter deutlich besser, von „es fängt gleich sicher zu regnen an“ hin zu „endlich Sonne“. Wir sind dann einfach weiter Richtung Süden gefahren, um entlang der Mosel nach Koblenz zu fahren. Die letzten Kilometer durch die Eifel waren die besten. Die Straße war langsam abgetrocknet, sauber und die Strecke war traumhaft. Den Einstieg an der Mosel haben wir in Ürzig gemacht.

Von dort aus kann man an endlos vielen wunderbar erhaltenen Burgen und Schlössern vorbei die Landstraße fahren. Wir haben dann auch einige Male angehalten, um einige Fotos zu machen und die Aussicht vom Berg zu genießen. Die bekannten Weinberge waren natürlich auch reichlich vorhanden.

Gegen Mittag waren wir dann endlich bei Jan in Koblenz. Wir hatten uns vorher etwas in der Stadt verfranzt, weil wir beide noch nie da waren und es einige Einbahnstraßen gab, die auf der Karte so nicht direkt zu erkennen waren 🙂

Angekommen waren wir zuerst etwas essen. Bei einem Griechen ums Eck. Dort gab es auch die Fußballergebnisse. Dann sind wir weiter an der Mosel entlang zur Koblenzer Festung. Dort sind wir natürlich mit der Seilbahn rüber gefahren, um dann die alte Festung zu besuchen. Auf dem Weg hat Jan uns noch kurz seine Arbeit gezeigt und die Zeit genutzt um ein Experiment zu überwachen.  Im Anschluss ging es durch die Stadt zurück.

Abends hatten wir noch etwas getrunken und sind dann auf eine 90er Party gegangen. Leider war ich vom Tag etwas fertig, sodass die Party schon um 3 oder halb 4 zu Ende war.

Tag 3

Nach der Party am Vorabend und der langen Tour am Vortag haben wir erst einmal ausgeschlafen. Dann hat Jan ein reichhaltiges Frühstück gezaubert. Wir haben dann kurz die Route geplant und sind gegen Mittag abgefahren. Zur Feier des Tages gab es noch einen Schützenumzug mit Musik und gesperrten Straßen.

 

Wir sind dann Richtung Westerwald gefahren und haben noch einen Abstecher zu einer Burg gemacht. Die Motorrad Straßenkarte hat diesbezüglich immer viele und interessante Tipps zu Dingen, die es zu Besichtigen lohnt.

Von dort ging es dann weiter nach Waldbröl. Hier haben wir 200m von der Tankstelle Rast gemacht. An einer alten Tankstelle ist jetzt eine Pommesbude installiert. Also haben wir erst einmal eine Apfelschorle getrunken und eine Pommes mit Currywurst gegessen. Gestärkt geht es dann zurück.

Die letzten Kilometer wollen wir einfach nur noch abreißen. Daher haben wir uns entschlossen einen Teil über die Autobahn zu fahren, um mehr Kilometer zu machen. Einen kurzen Halt gab es an der Aggertalsperre. Dann ging es von Schwerte aus über die 236 zurück nach Kamen.

Unterm Strich eine sehr gelungene Tour. Die Eifel lohnt immer für einen kurzen Trip, allerdings sollte das Wetter mitspielen. Vielleicht ist es das nächste Mal ja besser. Bislang bin ich immer nass geworden und es ist von Mal zu Mal schlimmer geworden.

 

England 2011

Es begab sich zu einer Zeit, als meine Mitbewohnerin Nicole ein Praktikum in Luton machte. Wir hatten einige Mal gechattet und ich hatte ihr gesagt, dass ich sie mal besuchen komme.

Die Planung

Nach einigem hin und her, habe ich mich dazu entschlossen sie zu besuchen, da ich mit dem Motorrad 2011 nach der kurzen Tour durch die Eifel auch noch eine richtige Motorradtour machen wollte. Im Sommer hatte ich zu diesem Zweck schon günstig eine Gepäckrolle gekauft. Da der Plan recht kurzfristig entstanden ist, blieb auch nicht mehr viel Zeit für die Planung. Ich habe mal etwas geguckt, was die Fähren so kosten und nach einem Hostel in Dover. Der grobe Plan lautete: Am ersten Tag bis auf die Insel, am zweiten Tag früh los und dann mittags in Luton sein dann einen Tag dort verbringen. Am vierten Tag zurück bis aufs Festland und dann am letzten Tag zurück nach Hause.

Also musste eine Fähre her, das ging relativ leicht von Calais oder Dunkerque aus. Im Internet hat man auch schnell Preise gefunden. Da es nun alles recht kurzfristig war, waren die Angebote leider schon weg und ich entschied mich, die Tickets erst vor Ort zu holen. Eine Unterkunft fand sich auch schnell über das Internet. Leider waren hier auch die günstigen Tarife ausgebucht, sodass eine Nacht im Hostel bei schlappen 50 Pfund lag. Das war mir aber eindeutig zu teuer! Also habe ich mich auf die Suche nach einem Campingplatz gemacht. Hier fand man im Internet einen in Kingsdown. Es ist ein Scoutcampingplatz nur einige km von Dover entfernt. Für die Rückfahrt musste auch ein Campingplatz her. Hier war es aber schwieriger, einen Platz  mit Internetadresse zu finden. Google Maps hat mir dann vier Plätze in der Gegend rausgesucht. Einer lag direkt in Dunkerque und war leicht zu finden: Des Dunes . Um Calais waren drei weitere Plätze: les Erables liegt westlich von Calais, La Bien Assise südlich und des Trolls südwestlich. Damit war die Planung abgeschlossen. Ich habe also mein kleines Tracking Zelt, eine ISO-Matte und den Schlafsack eingepackt noch zwei Garnituren T-Shirts Unterwäsche und Socken sowie eine normale Jeans. Dann noch einen zweiten Helm, damit Nicole auch mitfahren kann, wenn ich schon in der Gegend bin.

Da die XT jetzt schon einige Jahre und Kilometer auf dem Buckel hat, dachte ich es wäre sinnvoll eine ADAC Plus Mitgliedschaft für die Tour klar zu machen. Damit die Maschine falls sie unterwegs streiken, sollte wenigstens wieder nach Hause kommt. Das erwies sich als sehr gute Idee. Beim ADAC gibt es zum einen Straßenkarten für Mitglieder. Sprich ich musste keine Karten kaufen, sondern habe sie mir beim ADAC geholt. Die nette Dame an der Info hat mich dann auch noch gefragt was ich genau vor hab und ob ich schon Tickets für die Fähre hätte. Da ich noch keine Tickets hatte, war ich bereit mir wenigstens ein Angebot machen zu lassen. Also zack mal eben 50% gespart. Die Tickets für Hin- und Rückfahrt haben zusammen so viel gekostet wie ein normales Ticket und Cerosinzuschlag musste ich auch nicht bezahlen. Das hat sich auf jeden Fall gerechnet.

Die Abfahrt

Ich wollte so früh wir möglich losfahren, um mögliche Staus im Ruhrgebiet zu vermeiden. Also hab ich das Motorrad schon am Vorabend hergeholt. Dann muss morgens nur noch das Gepäck auf die Maschine und ich muss noch auftanken. Klingt alles nicht spannend allerdings, war es dann doch schon 10 Uhr, als ich auf die B1 Richtung Holland gefahren bin. Die Fahrt endete dann auch nach wenigen Kilometern kurz nach Bochum, weil dort eine Baustelle war. Ab 17:00 ging die Verladung der Autos in Calais los. Ich hatte also genug Zeit für die 420km bis zur Fähre. Ich war dann erst um 11:45 in Eindhoven und habe aufgetankt und was zu Mittag gegessen. Jetzt ging es weiter durch Belgien bis nach Frankreich. Staus gab es keine weiteren mehr und durch die Geschwindigkeitsbegrenzung war das Fahren selbst auf der Autobahn recht angenehm und stressfrei.

Kurz bei Gent überholt mich dann ein anderer Biker, ich bin dann für einige Kilometer an ihm dran geblieben. Es kam ein Schild, das die letzte Tankstelle für die nächsten 65km folgt. 

Wir sind also beide an der nächsten Tankstelle raus. Es gab einen Kaffee und wir haben „etwas Benzin geredet“. Er hatte ein spanisches Nummernschild, dadurch war ich recht verwirrt, als er mich auf Deutsch angesprochen hatte. Edy ist Holländer. Er lebt aber mit seiner Frau in Spanien und kam jetzt von einem IT-Projekt auf Holland und macht sich auf den Weg nach Hause.Er will den Atlantik runter bis Portugal, wo er dann mit der Fähre nach Teneriffa übersetzt. Seine Frau wollte er unterwegs noch in Nord Spanien einsammeln. Seine Route ging auch durch Calais. Wir haben dann beschlossen zusammen weiter zu fahren und kurz vor Calais noch einmal an einer Tankstelle zu halten, um einen weiteren Kaffee zu trinken und etwas zu quatschen. Um 16:00 waren wir dann in Frankreich auf einem Rastplatz kurz vor Calais. Es gab einen weiteren Kaffee und dann ging es weiter.

Ich bin dann Richtung Fähre gefahren und Edy wollte sich noch die Stadt von Calais angucken und nicht in den Rückstau von der Fähre geraten. Er ist dann weiter Richtung Innenstadt gefahren. Ich war dann so gegen 16:45 mit meiner Maschine am Anleger. Also zuerst durch den Check-in, dann durch den Zoll und ab auf die Fähre. Die Überfahrt war erstaunlich ruhig. Es gab kaum Wellen und der Tag war auch noch recht sonnig, auch wenn es schon langsam Abend wurde. Ich hatte zuvor natürlich kein Geld umgetauscht, sodass ich auf der Fähre etwas Geld wechseln musste.Natürlich zu einem Mondkurs. Darum hab ich auch nur 20 Pfund gekauft.Die sollten für die erste Übernachtung und was zu essen locker reichen.

Um 19:00 bin ich dann in Dover angekommen. Im absoluten Nebel. Man hat fast gar nichts mehr gesehen. Ich hab mich dann an die Geschichten aus dem Englischbuch mit britischem Nebel erinnert und ja es ist richtig unheimlich, wenn man in der Ferne ein Schiffshorn hört, aber nichts sieht.Die Einfahrt in den Hafen von Dover war dann das absolute Highlight. Man hat vom Schiff nur den kleinen Leuchtturm an der Hafeneinfahrt gesehen.Die Kaimauer war verschwand einfach. Ich freute mich also schon riesig auf die ersten Kilometer mit Linksverkehr und nassen Straßen.

Aber alles halb so wild. Kaum war ich die Klippen in Dover hochgefahren, war es nicht mehr nebelig und mit nassen Straßen hatte ich eh gerechnet.Also ging es die 10km zum Zeltplatz. Das war der Hammer! Diese paar Kilometer haben für die ganze lange Anreise entschädigt. Also das Tempolimit auf der Straße war 80. Es gab keinen Mittelstreifen und die Straße war so eng, dass ich mit dem Auto nicht gewusst hätte, wie ich an einem Lkw vorbei fahren sollte. Es ging über diverse Hügel und Anhöhen.Dann ging es ab nach Kingsdown. Hier war ein Schild, dass die Straße nicht für lange Lkw zu passieren sei. Gut, dass ich mit der Enduro unterwegs war! Die letzten kleinen Straßen waren eher Schotterpisten, aber es hat richtig Spaß gemacht.

Dann auf dem Campingplatz angekommen und erst einmal eingecheckt.Ich sollte einfach auf die Wiese fahren und könnte das Zelt aufbauen, wo ich wollte. Die Sanitäranlagen sind kostenlos und zentral auf der Wiese.Wenn man sich rechts oben an auf den Hügel stellt, hätte man die beste Aussicht. Das hab ich dann auch gemacht, auch wenn es langsam dunkel wurde. Neben mir hat ein junges Pärchen gezeltet.

Katie und Alex hatten leichte Probleme das Lagerfeuer an zu bekommen und fragten mich, ob ich ihnen behilflich sein könnte. Kein Problem, Opa hatte mir schon recht früh beigebracht, wie man ein richtiges Lagerfeuer macht, sodass die Beiden recht überrascht waren, dass es auf einmal so gut brannte. Die beiden haben mich dann gefragt, ob ich nicht etwas mit ihnen Essen möchte. Ich hab dann das Zelt schnell zu Ende aufgebaut und noch etwas Brot und einige Snacks aus dem Tankrucksack geholt, um mich dann dazuzusetzen. Es gab Würstchen und Brot mit Dip. Wir haben dann noch etwas gequatscht und ich bin dann ins Bett gegangen, weil die lange Fahrt doch recht anstrengend war. Katie und Alex sind jedenfalls Lehrer in England und gehen jetzt für einige Monate nach Südkorea um dort Kinder zu unterrichten. Die vier Wochen zuvor wollen sie noch etwas durch England reisen und die Zeit zu zweit genießen.

Tag zwei

Das Wetter am zweiten Tag war einiges besser. Es war kein Nebel mehr zu sehen und die Sonne kam durch. So kam es, dass mich ein Schiffshorn in der Ferne um 7:30 geweckt hat. Als Belohnung gab es dann eine wundervolle Sicht auf die Nordsee. Leider liegt der Campingplatz etwas ab vom Schuss und mein Handy hat die ganze Nacht um Empfang gekämpft, sodass der Akku morgen leer war. Die Rezeption öffnet leider erst um 9, um den Akku zu laden. Zuerst einmal eine kleine Tour an den Strand. Durch eine kleine Tür im Zaun kann man direkt über einen Trampelpfad zum Strand gelangen. Unten steht man dann an den bekannten Kreidefelsen. Hier liegt auch ein alter Übungsplatz des Militärs. Also ich vom Kiesstrand zurück kam war es Zeit für ein Frühstück. Es gab kleine Toastbrötchen und etwas Käse. Dann ging es unter die Dusche. Inzwischen hatte dann auch die Rezeption geöffnet und ich konnte mein Handy laden.

Die Ladezeit überbrückte ich zusammen mit Katie und Alex. Ich hab dann das Zelt abgebaut und meine Sachen wieder in der Gepäckrolle verstaut. Als das Handy einigermaßen voll, bin ich dann um 11:20 vom Campingplatz aufgebrochen. Am Empfang konnte ich vorher noch etwas Geld umtauschen. Dort bekam ich den Tageskurs und musste keine Wechselgebühren bezahlen.

Die M25 führte gebührenpflichtigen dann nach Luton. Ich musste unter der Thames durch. Dazu gibt es einen kleinen gebührenpflichtigen Tunnel. Für Motorräder war es allerdings umsonst. Leider hatte sich davor ein kleiner Rückstau gebildet und ich bin nicht so vorangekommen, wie ich es wollte. Einige weitere größere Baustellen auf dem Motorway haben meine Ankunft in Luton dann weiter verzögert. Allerdings war ich dann um 15:30 am Treffpunkt: Luton Station.

Nicole hatte sich die Wartezeit in einem Einkaufscenter in der Nähe vertrieben und wir sind dann zuerst zu ihrem Haus gegangen bzw. gefahren. Dann ging es zusammen nach Bedford. Hier sollte ein neuer Park geöffnet haben. Diesen haben wir leider nicht gefunden. Ein netter Polizist hat uns aber zu einem anderen Park geleitet. Hier haben wir uns etwas umgeschaut, was getrunken und sind dann direkt wieder zurück, da es langsam dunkel wurde. Wir waren um 19:00 zurück im Haus und haben dann Nudel gekocht und sind recht früh ins Bett, da wir am nächsten Tag nach Cambridge fahren wollten.

Luton und Cambridge

Der Wecker ging um 8:30, sprich es war ausschlafen angesagt. Anschließend gab es Frühstück mit Vollkornbrot und Marmelade, ganz wie in Deutschland. Um 10:30 sind wir dann mit dem Motorrad nach Cambridge aufgebrochen. Das Wetter war bislang ganz gut und wir sind gut durchgekommen über die Landstraßen in England. Wir sind dann um kurz nach 12 in Cambridge gewesen. Als Erstes sind wir uns Touristeninformation und haben eine Stadtführung gebucht. Bis zur Führung gab es was zu essen.

Die Tour startet um 13:00 und ging zu Fuß durch diverse Colleges und Kirchen.  Zu den einzelnen Gebäuden wurde viel erzählt und man konnte Fragen stellen. Da wir nur eine kleine Gruppe von acht Leuten waren, war alles sehr angenehm und persönlich. Der Apfelbaum der Newton einen Denkanstoß gegeben haben soll war unter anderem auch ein Ziel. Da zu diesem Zeitpunkt keine Vorlesungen waren, war alles recht leer, aber man konnte alles besichtigen. Alles in allem hat sich die Führung auf jeden Fall gelohnt und wir haben einiges gesehen, was uns sonst verborgen geblieben wäre. Der Eintritt für alle Kirchen und Colleges war in der Führung inklusive. Lustige Details, wie falsche Köpfe auf Königen in Kirchenfenstern, rundeten das Kulturprogramm ab. Leider begann es während der Führung stark an zu regnen, sodass wir alle sehr nass wurden. Ein Kaffee in der Stadt lies uns das Wetter kurz vergessen. Als wir wieder raus kamen, regnete es nicht mehr.

Die Rückfahrt war dann wieder angenehmer. Es hörte auf zu regnen und die Straße trocknete. Man konnte also Motorrad fahren, wie ich es am liebsten mag. Die vielen Kreisverkehre ließen nette Schräglagen zu und machten im Laufe der Zeit immer mehr Spaß. Um 17:30 waren wir dann zurück in Luton.

Das Abendprogramm sollte nun etwas umfangreicher als am Vorabend sein. Wir sind zusammen in einer Pizzeria essen gewesen, um im Anschluss noch einige Runden Billard zu spielen. Das Spielcenter war ganz lustig und wir haben 3 Runden gespielt. Das Publikum an den Nachbartischen spielte scheinbar häufiger und hatte etwas mehr Übung als wir.

Rückfahrt nach Calais

Heute ging es früher aus dem Bett. Es war 7:00, als der Wecker krach gemacht hat. Schnell was gegessen und die Sachen zusammengepackt.Ab 8:10 war ich dann wieder auf dem Motorrad. Ein kurzer Tankstopp und dann ging es direkt durch bis Dover. Diesmal aber nicht durch den Tunnel unter der Thames her, sondern per Brücke drüber. Das Beste war, dass es recht windig war und die Brücke recht hoch ist. Das ist eine super Kombination, wenn man mit dem beladenen Motorrad unterwegs ist. Ich war auf jeden Fall um kurz nach 11 in Dover.

Jetzt waren noch einige sehr wichtige Dinge zu erledigen. Zu erst habe ich dem Vorbesitzer meiner Maschine eine Postkarte geschickt. Dies stand noch aus und wurde langsam mal Zeit. Dann musste ich noch Fish&Chips essen. Davon hatte ich bislang auch nur gehört und das wollte ich einfach mal ausprobieren. Also, nachdem die Postkarte im Kasten war, ging es an die nächste Bude einfach mal was essen. Inzwischen war es auch Mittag geworden. Ein netter alter Herr, der mich mit meinen Motorradklamotten gesehen hatte, sprach mich noch an und sagte mir, dass ich die richtige Bude angesteuert hätte, weil es die beste Fischbude in Dover wäre.

Gesättigt ging es jetzt zur Fähre. 

Die eigentliche Überfahrt ist erst um 18:00 geplant, aber ich wollte eigentlich nicht den ganzen Tag in Dover rumhängen, also wollte ich gucken, ob ich schon früher übersetzen kann. Am Informationsstand sagte man mir, ich könne um 16:20 fahren. Alle früheren Termine wären aufpreispflichtig.  Der Parkplatz vor dem Hafen wurde langsam zum richtigen Bikertreff.  Ich habe dort einige Jungs aus Norwegen und Finnland und zwei Chopperfahrer vom Bodensee getroffen.Die beiden vom Bodensee haben mir die Dolomiten für meine nächste Tour empfohlen.Ich bin dann noch mal Richtung Kingsdowngefahren, um die engen und verwinkelten Straßen noch einmal zu genießen und ein paar Fotos zu machen. Ich war dann noch an den Festungsanlagen in den Klippen und an der Burg.

 Nachdem ich meine letzten paar Pfund in Benzin getauscht habe, bin ich dann zurück zu Hafen gefahren. Jetzt kam man durch den Check-in und durch den Zoll. Ich war der Erste in der Schlange und stellte mich ganz vorne hin. Da es sehr stürmisch war, musste ich das Motorrad noch etwas in den Wind drehen, damit es dem Wind weniger Angriffsfläche bot.Langsam füllte sich der Platz und ein weiteres Motorrad wurde neben meine XT gestellt: eine BMW GS1200, wie man sie kennt. Gefahren wurde sie von Mike. Er kam aus Schottland und war auf dem Weg zu seiner Lebensgefährtin nach Deutschland. Wir haben also etwas Benzin geredet, wie es sich gehört. Mike ist noch einen Kaffee trinken gegangen und dann war die Wartezeit auch schnell rum. Der Wind wurde leider stärker.

Wir sind dann zusammen auf die Fähre und haben unsere Bikes mit den Gurten festgezurrt. Dann sind wir direkt hoch und haben uns an einen Tisch gesetzt, um weiter zu plaudern. Mike ist pensionierter Lehrer und besucht jetzt seine Freundin so oft es geht – und fährt natürlich gerne Motorrad. Wir haben dann etwas über unsere weiteren Pläne gequatscht und sind dann zu dem Schluss gekommen, gemeinsam einen Campingplatz anzusteuern. Bevor wir den Hafen verlassen haben, hat der Kapitän eine Durchsage gemacht, dass die Überfahrt wegen des schlechten Wetters etwas rau werden könnte. Das war sie dann auch!Die Überfahrt war einfach die Hölle. Wir hatten den Hafen kaum verlassen, da begann das Schiff zu schaukeln, dass ich Angst um meine Maschine hatte. Ich hatte sie aber glücklicherweise weit genug in die Dämpfer gezogen, sodass es dort keine Probleme gab. Laufen war während der Überfahrt keine gute Idee. Also haben wir unsere weitere Route geplant, damit wir später auf dem Campingplatz etwas mehr Zeit hatten. Die Mannschaft war damit beschäftigt, die Seekranken von den Toiletten auf die Decks zu bringen. Nach einer Stunde war das Schauspiel dann vorbei.

Mike und ich haben dann den Campingplatz des Trolls angesteuert. Mike hatte mir von dem Platz in Dunkerque abgeraten und des Trolls lag auf Mikes Route. Für mich waren es auch lediglich 15km mehr am nächsten Tag. Die Anfahrt über die Autobahn war recht problemlos, wenn auch etwas windig. Es war schon recht spät geworden und ich war froh, dass ich nicht die reguläre Fähre genommen habe, sonst wäre ich nämlich im Dunkeln in Frankreich angekommen. Dann die Ausfahrt raus gefahren rechts, in den Kreisverkehr, falsch raus – zurück, genau der kleine Feldweg, hier muss es sein. Ein kleines Schild gab uns recht. Nach einigen Hundert Metern über kleine schmale Feldwege waren wir da. Der Platz sah mehr wie ein Bauernhof aus und es war auch nicht viel da.Alles wirkte recht alternativ.  An der Rezeption wurden wir freundlich empfangen und sollten unsere Zelte einfach aufbauen, wo platz ist. Wir sind dann nicht weit gefahren und haben die Zelte in der Nähe von einigen Pappeln aufgebaut. Wir sind dann noch zusammen was essen gegangen.An der Rezeption, einem umgebauten alten Wohnmobil aus den 70ern gab es auch einen kleinen Imbiss. Der Besitzer hat hier mehr aus Leidenschaft einige Gerichte angeboten. Seine Kinder sprangen noch umher und ein Au Pair Mädchen aus Mexiko kümmerte sich um die kleinen. Wir haben dann erst mal etwas gequatscht und wurden sehr freundlich empfangen. Das Essen war einfach genial. Es gab Pommes mit einem Burger und Salat-Beilage. Alles war köstlich! Dazu gab es ein Bier aus der Region.Anschließend haben wir zu dritt noch etwas zusammengesessen und geredet. Dabei kam leider raus, dass für den nächsten Tag ein Sturm angekündigt ist. Um 23:00 ging es dann in die Schlafsäcke in der Hoffnung, dass sich die Vorhersage nicht bewahrheitet.

Heimreise

Die Nacht war grauenhaft. Ich hab fast kein Auge zu gemacht. Der Sturm hat einen Lärm gemacht, dass man nicht schlafen konnte. Die ganze Rückfahrt war ab hier nicht sonderlich spannend. Allerdings ein großes Lob an Decatlon. Das Trackingzelt ist klasse. Es hat die Feuertaufe im Sturm gut überstanden. Es blieb stabil und trocken. Um kurz vor 8 hieß es aufstehen und die Zelte abbauen. Wir wollten früh aufbrechen, weil das Wetter gegen Mittag zusätzlich zum Sturm noch starken Regen bringen sollte. Das Frühstück wurde also auf die erste Rast zum Tanken verschoben.

Mike wollte die nächsten 3 Tage in aller Ruhe Richtung Deutschland fahren. Ich hatte dagegen etwas Zeitdruck und bin daher den direkten Weg über die Autobahn Richtung Heimat gefahren. Ich hatte zwischendurch einmal kurz Regen ansonsten war es sehr windig. 

Alles in allem bin ich gut durchgekommen. Leider musste ich in Holland tanken, weil der Tank leer war. Also in den sauren Apfel beißen und für 1,72€ getankt. Gut das Holland so klein ist und ich für 10€ bis nach Deutschland gekommen bin. In Kempen hab ich dann für 25 Cent weniger pro Liter vollgetankt. Ich war dann um 15:10 wieder an der Garage und habe die XT noch gewaschen, um sie dann nach 1621km zu parken. Es bleiben viele tolle Erinnerungen und einige coole Leute, die ich kennengelernt habe. Es war auf jeden Fall eine schöne Zeit und eine klasse Erfahrung.

Eifel 2011

Einfach mal das Motorrad mit dem neuen Tankrucksack bepackt und los geht’s Richtung Eifel. Auf dem Weg dahin natürlich noch die Wuppertalsperre mitgenommen und einige wunderschöne enge Straßen im Raum Breckerfeld. Am späten Nachmittag dann durch Overath und dann ab Königswinter den Rhein runter bis Neuwied. Dort über die Rheinbrücke. Nun ging es weiter Richtung Osten durch Mayen, an der Nürburg vorbei, wo dieses Wochenende zufällig auch noch Rock am Ring war. Langsam setzte die Dämmerung ein und es musste eine Unterkunft her. Also die nächste Gelegenheit genutzt. Eine alte Schmiede war zu einer Pension umgebaut. Leider war wohl aufgrund von Rock am Ring keiner da. Also weiter. Kurz vor Kelberg strahlte mich dann ein kleines Schild an: Zimmer frei! Ich also direkt zur Hausnummer 29 gefahren. Eine nette ältere Dame empfing mich. Für 25€ gab es ein Zimmer mit Doppelbett, Balkon mit Sicht in den Garten und ein kleines Badezimmer mit Duschen + ein wunderbares Frühstück am nächsten Morgen.

Jetzt wo ich ein Dach über dem Kopf hatte,

habe ich noch mit dem Gedanken gespielt noch einmal aufzubrechen und zum Ring rüber zu fahren. Eigentlich sollte man noch wen finden der ein Ticket für einen Abend los werden will. Allerdings hat die Fahrt sehr geschlaucht, es war schon recht spät und ich wollte früh wieder los, sodass ich diesen Plan dann doch verworfen habe. Ich habe also als Erstes die Dusche genutzt, um dann noch etwas Radio zu hören – dort wurde das Konzert vom Ring übertragen. Als ich dann schlafen wollte, war ich froh nicht mehr zum Ring gefahren zu sein. Es gab ein Gewitter mit sehr viel Regen und unzähligen Blitzen, sodass ich auch in der Nacht mehrfach vom Donner geweckt wurde.

Am nächsten Morgen war der Zauber vorbei. Die Straße war weitgehend abgetrocknet und die Luft roch nach Frühling. Ich also nach dem versprochenen Frühstück wieder meine 7 Sachen zusammengepackt und auf meine XT600E. Die Sonne kam raus und der Tag schien wunderbar zu werden. Ich also auf: Einige Straßen der Region kennenlernen! Dazu aber erst nach Kelberg zum Tanken. Hier begegneten mir die ersten Gäste, die den gestrigen Abend wohl im Zelt oder im Auto verbringen mussten. 

Meine Tour sollte mich weiter in den schönen Ort Drees führen, wo ich unbedingt ein Foto vom Ortseingang machen wollte. Einige Berge zogen mich mit ihrer Aussicht an. Durch die Serpentinen die Berge rauf und runter zu fahren macht schon wahnsinnig viel Spaß. Leider machte ich dann auch mit einige Schlammlawinen Bekanntschaft, die ich durch die Straßenlage nicht einsehen konnte. Ich konnte die Enduro aber noch weit genug aufrichten, um einen Abflug zu vermeiden, sodass es bei einem kleinem Drift blieb. Der Weg führe mich nach Bad Maria Laach. Hier bin ich zuerst an dem Kloster vorbei gefahren, um dann auf dem Parkplatz am See Rast zu machen. Dort traf ich einen Mönch stattliche 1,90 groß. Er erzählte mir von seiner Enduro, einer 650er BMW. Ein kleiner Spaziergang am See musste auch noch sein.

Jetzt sollte es weiter gehen,

weil das Wetter später noch umschlagen soll. Also ging es Richtung Heimat. Mit der Rheinfähre bei Bad Breisig für einige wenige Euros (2.50€?) über den Rhein. Ich hielt mich landeinwärts Richtung Windeck und anschließend Richtung Siegen. Auf dem Weg bot sich auch ein kleiner Imbiss zur Rast an. Es gab Bratkartoffeln mit Leberkäse – ich hätte lieber weiter fahren sollen. Als ich dann wieder auf der XT saß ging es bald schon los. Es zog ein Gewitter mit starkem Regen auf. Als die Bäche auf der Straße langsam anstrengend wurden, machte ich kurz Halt, allerdings war keine Besserung der Lage in Sicht und es ging dann notgedrungen weiter. Ich fuhr Richtung Olpe und dann durch Attendorn und Plettenberg die gewohnte Strecke zurück. Leider ist die 236 stellenweise gesperrt und ich musste auf die A45 für die letzten 30km ausweichen.
Zu Hause klitsch nass angekommen konnte ich die nächste Tour kaum erwarten. Alles in allem eine schöne Runde. Die Gewitter auf der Rückfahrt hätte ich mir und meinem Handy gerne erspart, aber die schönen Kurven der Eifel überwiegen in der Erinnerung.